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Sonnengang-Uhr

Könnte man vielleicht eine Uhr bauen, die die Bahnen der Sonne am Himmel naturgetreu nachzeichnet? Und dies sogar für jeden Ort der Erde? – Eine für alle Interessierten offene Arbeitsgruppe entwickelt seit Ende 2001 ein derartiges Kunstwerk für den Hamburger Stadtpark.

1. Was ist eine Sonnengang-Uhr?

2. Die Entwicklung der Modelle

3. Besucher-Resonanz

4. Das Sonnenzimmer

5. Zielsetzung

6. Die Sonne über dem Planetarium

7. Bilder, Downloads, Kontakt

Vorschau-Bild Blick auf die Sonnengang-Uhr mit Stadtparksee im Hintergrund (Foto: M. Zarth, Vergrößerung durch Klick auf’s Bild). - Weitere Fotos (pdf-Datei, 2 MB)

1. Was ist eine Sonnengang-Uhr?

Während herkömmliche Sonnenuhren mit dem wandernden Schatten eines feststehenden Zeigers arbeiten, hat die Sonnengang-Uhr einen motorbetriebenen, beweglichen Zeiger, der - wie ein ausgestreckter Arm - immer in Richtung Sonne zeigt und mit ihr mit wandert. Die Sonnengang-Uhr veranschaulicht so auf eingängige Art und Weise alle mit dem Sonnenlauf zusammenhängenden Funktionen, wie:

> Himmelsrichtung und Höhe der Sonne

> Tages- und Nachtlängen

> Wanderung der Sonnenauf- und -untergangs-punkte am Horizont

> Sommer-, Winter-, Orts- und Zeitzonenzeit

> die Wölbungen der Sonnenbahnen

> Mitternachtssonne, Polartag und -nacht

> tropische und polare Jahresverläufe

> die von Reisen bekannten kurzen bzw. langen Dämmerzeiten in Süd- bzw. Nordländern.

Dabei regt die Sonnengang-Uhr auf vielfältige Art und Weise an, die komplexen Wirkzusammenhänge von Natur, Umwelt und Mensch zu entdecken und über den Kosmos mit uns Menschen darin zu rätseln und zu staunen.

Vorschau-Bild Seitenansicht (Foto: M. Zarth)

Vorschau-Bild Vorführung der Sonnengang-Uhr (Foto: M. Zarth)

2. Die Entwicklung der Modelle

Das Prinzip der Sonnengang-Uhr ist 1993 von Dr. Martin Zarth erfunden und inzwischen zum Patent angemeldet worden. Seit November 2001 leitet er die Arbeitsgruppe „Sonnengang-Uhr“ des Stadtpark Vereins Hamburg e.V. Diese entwarf und baute in 2002 die ersten drei Parkmodelle in Originalgröße und stellte sie jeweils einen Tag lang am Hang zwischen den beiden Treppen am Stadtparksee auf. Die vor Ort gemachten Erfahrungen und eine Fotodokumentationen legten wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung.

Anfang 2003 entstanden die Entwürfe für eine begehbare Sonnengang-Uhr, in die eine Wasserkaskade mit Brunnen integriert ist. Das 10 Meter lange und bis zu 3 Meter hohe Modell wurde zunächst verkleinert im Maßstab 1 : 20 aus Holz und Messing gefertigt und beim Stadtparkfest im Juni 2003 vorgestellt. Danach baute es die Arbeitsgruppe in Originalgröße aus wetterfesten Multiplexplatten und gestaltete es erstmals auch farblich. In einer Großaktion wurde dieses Modell am 7.8.2004 beim Stadtparkfest „90 Jahre Hamburger Stadtpark“ wiederum zwischen den beiden Treppen am Stadtparksee aufgestellt. Die Parkbesucher konnten das Modell fünf Wochen lang bei meist schönstem Sommerwetter erleben.

Vorschau-Bild Aufbau am 18.8.2007 (Foto: Ch. Langhammer)

Auf der Basis der vielfältigen Besucherresonanz wurde das Modell anschließend um eine Himmelskuppel, die Breitengradeinstellung und eine Art Uhrwerk erweitert und vom 18.8. bis 22.9. 2007 erneut der Öffentlichkeit vor Ort, in der Presse und auch in 3 Fernsehbeiträgen präsentiert. Bislang blieben die durch einen Bauzaun geschützten Modelle erfreulicherweise von Vandalismus verschont. An den Wochenenden fanden fortlaufend Führungen an dem vom Bauzaun befreiten Modell statt. In 8 Sonderterminen wurde es 4. bis 8. Schulklassen nahegebracht.

3. Besucher-Resonanz

Die Arbeitsgruppe erlebte immer ein sehr interessiertes, achtsames Stadtparkpublikum, das dem Modell viel Aufmerksamkeit bis hin zu Begeisterung entgegenbrachte. Angeregt durch die vielfältigen Rückmeldungen entstand ein Fragebogen, der die Publikumsresonanz einzufangen versuchte und gerne genutzt wurde.

Viele deuteten das Modell der begehbaren Sonnengang-Uhr spontan als eine Art Sonnenuhr und waren von den neuartigen Funktionen, die sich nach entsprechenden Erläuterungen bald erschlossen, beeindruckt. Bezüglich Idee, Thema, Gestalt, Größe und Standort stieß das Modell auf sehr weitgehende Zustimmung. Der thematische und räumliche Zusammenhang mit dem Planetarium wurde immer wieder betont.

Die Himmelskuppel mit ihrer Sommer- und Winter-Sonnenbahn wurde als wesentliche skulpturale Bereicherung erlebt und trug entscheidend zum Verständnis der Sonnenbahnen bei. Die damit verbundene Breitengradeinstellung ermöglichte regelmäßig den Höhepunkt der Präsentationen, wenn die Veränderungen der Sonnenbahnen auf dem Weg von Hamburg bis zum Nordkap bzw. bis zur Sahara vorgeführt wurden. Das Uhrwerk, das die Stundendrehung, den Jahreswinkel und die Zeitgleichungskorrektur ausgehend von einem einzigen Motorantrieb anschaulich und nachvollziehbar steuert, ist zwar das mit Abstand komplizierteste Element, wirkte aber skulptural schlüssig und eher unauffällig. Nur fachlich interessiertere Personen fragten detaillierter nach und waren dann meist sehr beeindruckt. Die einheitliche Goldfärbung des kugelförmigen Zentralbereichs der Sonnengang-Uhr stieß teils auf große Zustimmung, aber immer wieder wurden auch verschiedene andere Farbgebungen gewünscht.

Viele Besucher waren von dem sehr reizvollen Anblick angetan, den das Modell im Zusammenspiel mit dem Seepanorama bietet. Einige Menschen wiesen auf die besondere Möglichkeit hin, dieses original große Modell nicht nur - wie die kleinen Vorläufermodelle - von außen betrachten, sondern hineingehen und es von innen heraus erleben zu können. Dabei bildete sich in ihnen ein besonderes Gefühl für den weiten kosmischen Raum und für ihr eigenes darin Eingebundensein. Zeitweise wirkte das Modell regelrecht als Kommunikationszentrum: Immer wieder entwickelten sich spontan angeregte Gespräche. Ganz einhellig und teils mit großem Nachdruck wünschten sich fast alle eine dauerhafte Sonnengang-Uhr.

4. Das Sonnenzimmer

Wenn man – in einem Zimmer sitzend – die Sonne durch ein Fenster hindurch beobachtet und ihre Position von Zeit zu Zeit auf der Fensterscheibe markiert, dann ergeben sich interessante, teils nach oben und teils nach unten gewölbte Linien. Sie stellen die Projektion der sphärischen Sonnenbahnen auf eine ebene Fläche dar. Aus diesen Überlegungen entwickelte sich in 2008 das Sonnenzimmer, das im Frühjahr 2009 im Maßstab 1:20 gebaut wurde.

Vorschau-Bild Modell von der Sonnengang-Uhr mit dem Sonnenzimmer (Foto: M. Zarth). - Weitere Fotos (pdf-Datei, 0,5 MB)

In den 4 Ecken der Hangfläche zwischen den Treppen stehen Säulen, die von Rundbögen überspannt werden. Sie deuten ein normales Wohnzimmer in etwa fünffacher Vergrößerung an. In den offen gelassenen Wand- und Deckenflächen zeigen Stangen die tiefste, mittlere und höchste Bahn an, auf der die Sonne – vom Mittelpunkt der Sonnengang-Uhr aus betrachtet – über den Himmel zieht. Schaut man entlang des sich drehenden Zeigers der Sonnengang-Uhr, so sieht man, wie dieser die Wandflächen-Bahnen und darüber hinaus die kosmischen Bahnen der Sonne genau nachzeichnet.

In der Ostwand des Sonnenzimmers befindet sich die Analemmakurve, die die Form einer nach links geneigten Acht hat und die den Stand der Sonne im Verlaufe eines Jahres jeweils um 9:00 Uhr Ortszeit, bzw. 9:20 MEZ anzeigt.

Wie das original große Sonnenzimmer aussehen könnte, zeigen die beiden folgenden Bilder, die durch Fotomontage entstanden sind.

Vorschau-Bild Sonnenzimmer in Frontalansicht (Fotomontage: M. Zarth)

Vorschau-Bild Sonnenzimmer in Südansicht (Fotomontage: M. Zarth)

In 2009 wurde das Sonnenzimmer 12 Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, 7 Mal davon vor Ort im Stadtpark. Bei den mehrstündigen Präsentationen zog es die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Häufig wurde die Frage, was das sein könnte, spontan mit „eine Art Sonnenuhr“ oder „etwas Astronomisches“ beantwortet. Das Sonnenzimmer wurde als interessante, überzeugende oder sogar faszinierende Erweiterung der bisherigen Sonnengang-Uhr beurteilt. Einige fanden die ungewöhnliche Kombination von Kunstwerk und wissenschaftlichem Instrument sehr beeindruckend. Wiederholt tauchte allerdings auch die Frage auf, ob die Installation nicht zu groß werden würde.

5. Zielsetzung

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, in ehrenamtlicher Arbeit ein ausgereiftes Anschauungs-Modell zu entwickeln, das sich breiter öffentlicher Zustimmung erfreut und das als Basis für eine dauerhafte Sonnengang-Uhr im Stadtpark dienen kann, die dann hoffentlich mit Hilfe von Spendern und Sponsoren realisierbar sein wird. Derzeit können Sie das Projekt bereits sehr befördern, indem Sie uns Ihre Spendenbereitschaft kundtun.

6. Die Sonne über dem Planetarium

Im Frühjahr 2003 gelang es erstmals, den Sonnenstand über der Kuppel des Planetariums zu fotografieren. Am 6. Mai um 20:21 Uhr stand die Sonne - vom Standort zwischen den Treppen am See aus betrachtet - direkt über der Kuppel des Planetariums.

Vorschau-Bild Die Sonnenkugel über der Planetariumskuppel (Fotomontage: M. Zarth)

Dieses Schauspiel wiederholt sich am 7. August noch ein zweites Mal in jedem Jahr. Die beiden Tage zeichnen sich als sogenannte Speichentage aus. Sie liegen auf dem Jahresring der Sonnengang-Uhr genau in der Mitte des Frühlings bzw. Sommers und wurden in früheren Kulturen als die beiden großen Jahresfeste Beltane und Lughnasadh gefeiert.

Vorschau-Bild (Foto: M. Zarth)

7. Bilder, Downloads, Kontakt

Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen freut sich die für alle Interessierten offene Arbeitsgruppe auf weitere regel- wie auch unregelmäßig Mitwirkende. Fähigkeiten jeglicher Art sind sehr willkommen, aber keine Voraussetzung.

Wer Fragen, Anregungen, Ideen einbringen oder das Projekt näher kennen lernen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu melden bei:

Dr. Martin Zarth: Tel. 42845-3540 tags, 6045534 abends; E-Mail: Martin.Zarth@stadtparkverein.de

Zu einer Fotopräsentation der Aufstellaktion in 2007 (pdf-Datei, 2 MB) geht es hier weiter.

Zu einer Fotopräsentation des Sonnenzimmers (pdf-Datei, 0,5 MB) geht es hier weiter.

Einen Infozettel (pdf-Datei; 0,2 MB) zum Herunterladen finden Sie hier.

Vorschau-Bild Erster Aufbau des drehbaren Kerns vor der Werkstatt (Foto: M. Dietzel)

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Neuigkeiten und Termine

Neue Arbeitsgruppe

2014 wird der Stadtpark 100 Jahre alt werden. Dieses bedeutende Ereignis soll mit einer großen Feier gewürdigt werden. Zwecks Vorbereitung und Planung haben wir eine neue AG ins Leben gerufen, die in Kürze ihre Arbeit aufnimmt. Interessenten sind herzlich willkommen! Näheres hierzu finden Sie ganz links unter dem entsprechenden Eintrag unter "Projekte".

Stadtpark Verein bei Jarrefest vertreten

Unter dem Motto "80 Jahre, 4 Generationen" findet am Samstag, den 28. August 2010 ab 14 Uhr im Meerweinpark, Martin-Haller-Ring, das diesjährige Jarrefest der Jarrestadt-Leben e.V. statt. Der Stadtpark Verein wird mit einem Präsentationsstand vertreten sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!