historisches FotoDer Vortrag von Dr. Thomas Palaschewski (Fritz Schumacher Gesellschaft Hamburg), der im Rahmen unseres beliebten Vortrags-Zyklus am 24. Februar stattfand, stellte wieder ein Highlight für unsere Besucher dar.

Erinnerungen aus Schumachers Kinder- und Jugendjahren wurden vorgetragen und zeigten auf seine daraus resultierende Prägung zur Architektur, zum Städtebau und zum Wasser als bewegte und bewegende Materie des Menschen. Schumacher setzte das Element Wasser sowohl symbolisch als auch zum Nutzen der Bewohner, Besucher und auch Betrachter ein. Auch in der Gestaltung des Stadtparks vor 100 Jahren, können diese Eindrücke und Sichtweisen entdeckt werden.

Die Wasserflächen im Stadtpark z.B. sind sowohl zur Bewegung in und auf dem Wasser gedacht, aber auch zur Beobachtung der Bewegungen. Symbolisch wiederum sind die ehemaligen, im Krieg zerstörten Kaskaden am Stadtparksee gedacht und sollen an einen Wasserfall im Gebirge erinnern.

„Fritz Schumacher war Norddeutscher, kannte das Wasser und wusste, wie man das Maritime in der Architektur ausdrücken konnte.“

Im Rahmen des Vortrags wurde außerdem die Fritz Schumacher Gesellschaft Hamburg vorgestellt, die allen Interessierten Möglichkeiten zur Information über Fritz Schumacher
und seine Werke bereitstellt.

 

(Foto: Archiv Stadtpark Verein Hamburg e.V.)

Sierichsches ForsthausDer Stadtpark Verein Hamburg e.V. freut sich über die Ankündigung einer finanziellen Unterstützung durch die Bürgerschaft. Das 130 Jahre alte, denkmalgeschützte Sierichsche Forsthaus, Sitz des Stadtpark Vereins, Informationszentrum und Mittelpunkt für die ehrenamtlichen Betreuer des Stadtparks muss dringend saniert werden. Vor allem die Grundmauern müssen trockengelegt und die Fassade in Ordnung gebracht werden.

Heidi Gemar-Schneider (Vorsitzende des Stadtpark Vereins): „Für die Sanierung des Sierichschen Forsthauses im Stadtpark hat die Bürgerschaft uns auf Initiative des Winterhuder Bürgerschaftsabgeordneten Jenspeter Rosenfeldt (SPD) in den Haushaltsberatungen im Dezember 2014 insgesamt 21.200 Euro zur Verfügung gestellt. Nun können wir mit den konkreten Planungen für die Sanierung beginnen. Das ist eine schöne Anerkennung für das große Engagement aller, die sich aktiv für unseren Stadtpark einsetzen.“


(Foto: H. Gemar-Schneider)

InsektenhotelIm seitlichen Garten des Sierichschen Forsthauses befindet sich seit kurzem ein Insektenhotel. Das fantasievolle Werk war für das Kreative Kinderfest "Der verwunschene Park" der Kinderkultur im Goldbekhaus e.V. gemeinsam von Künstlern und Kindern gebaut worden. Seither stand es im ehemaligen Licht- und Luftbad, nun wurde es dem Stadtpark Verein übergeben.

Wir freuen uns sehr über die Aufstellung dieses - ebenso kompakten wie komplexen - Häuschens und hoffen, dass es zahlreiche Insekten für Brut und Unterkunft anlockt. Möge es auf diese Weise einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt im Park leisten und die Besucher des Stadtpark Vereins für die faszinierende Welt der Insekten begeistern!

(Foto: D.B. Magnussen)

Ralph GiordanoAm 10. Dezember ist der große Hamburger Schriftsteller, Journalist, Publizist und Regisseur Ralph Giordano im Alter von 91 Jahren in Köln verstorben.

Mit Giordano, der in seinem berühmten autobiografischen Roman „Die Bertinis“ seine schmerzvollen Erlebnisse als Sohn einer jüdischen Mutter im Hamburg der NS-Zeit bis zur Befreiung schilderte, verliert unsere Republik einen der unermüdlichsten Verfechter von Demokratie und Zivilcourage. Bis ins hohe Alter mischte sich der streitbare Wahl-Kölner, der für seine Bücher, Texte und Fernsehbeiträge vielfach ausgezeichnet wurde, beharrlich in öffentliche Debatten ein und mahnte zu einem konsequenten und verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Geschichte.

Seiner Heimatstadt Hamburg blieb Giordano zeitlebens verbunden. Mit dem Stadtpark, den er als das Zentrum seiner Kindheit und ersten Jugend bezeichnete, verbanden ihn viele schöne, aber auch leidvolle Erinnerungen. Diese haben in den „Bertinis“, die 1988 in einem TV-Mehrteiler verfilmt wurden, vielfach Eingang gefunden. Im Herbst 2013 verlieh der Stadtpark Verein Ralph Giordano die Ehrenmitgliedschaft. In der Festschrift zum diesjährigen Stadtpark-Jubiläum bezeichnete der gebürtige Barmbeker den Hamburger Stadtpark als „einen in hundert Jahren gewachsenen Topos von Natur und Kultur, der immer höchst volksverbunden war“. Für ihn waren der Stadtpark und Hamburg „Synonyme über ein ganzes Leben hin“. Auf diese Verwandtschaft war er stolz. Sein Herzenswunsch, den Stadtpark noch einmal zu sehen, erfüllte sich leider nicht.

Der Stadtpark Verein behält Ralph Giordano als einen außergewöhnlich mutigen und warmherzigen Menschen in Erinnerung. Sein Werk verdient unseren höchsten Respekt und wird unsere Arbeit auch in Zukunft inspirieren.

 

Stadtpark Verein Hamburg e.V.

(Foto: M. Dörwald)