Am Weiher 1So wie es im Stadtpark Areale gibt, die jeder kennt, so gibt es auch Bereiche, die den Besuchern zumeist verborgen bleiben. Still sind sie, abgelegen und von besonderer Schönheit. Im Gegensatz zu den nach außen gewandten Plätzen und Wegen, die in der warmen Saison zu besonderer Hochform auflaufen, sind sie das ganze Jahr über reizvoll. Und bisweilen sind sie erstaunlich menschenleer. So auch das Weihergebiet am nordöstlichen Rand des Parks.

GraugänseOft zieht es mich hierher, so auch an diesem düsteren Apriltag. Die beiden durch eine kleine, romantische Brücke verbundenen Weiher gehören der wilden Natur und den Wasservögeln. Ist man hier wirklich im Stadtpark? Man mag es kaum glauben. Uferpflanzen und tote Baumstämme ragen aus dem Sumpf, die unbewegte Wasseroberfläche glitzert im Tageslicht. Moose und Pilze breiten sich aus sowie Pflanzen, die manche Menschen gern als Unkraut bezeichnen. Doch der Mensch ist hier unbedeutend, das wird einem schnell bewusst.

EntenpaarEin Entenpaar kreuzt meinen Weg. Ich stelle mein Fahrrad in einer gewissen Entfernung ab. Die Tiere haben keine Angst vor mir, nähern sich neugierig. Weshalb auch nicht? Die hohe Ufervegetation bietet ihnen Schutz. Auch Graugänse und Blässhühner leben hier, wenn auch nicht immer in friedlicher Koexistenz. Alle paar Minuten bricht ein lautes Geschnatter los, gilt es doch, das eigene Revier zu verteidigen…

Am Weiher 2Die Ententeiche zeige ich besonders gern Besuchern und Rundgangsteilnehmern. „So habe ich den Park ja noch nie gesehen“, heißt es dann gern… In nicht einmal einer Minute ist man dann gleich wieder am Lesecafé und in den Rosengärten, zurück im trubeligen Hier und Heute. Orte der Stille gibt es so einige im Park. Ich werde hier immer mal wieder welche vorstellen.

Fotos und Redaktion: S. Gabriel