Auf der Platanenallee INach dem heftigen Unwetter gestern Abend sieht es heute zunächst nach einem sonnigen Tag aus. Doch genau in dem Moment, als ich das Haus in Richtung Stadtpark verlasse, beginnt es wie aus Eimern zu schütten. Ich beschließe, das Rad stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen.

Mein Ziel ist die Freilichtbühne. Heute spielt dort der kanadische Rocksänger Bryan Adams. Über 25 Jahre ist es her, dass ich zuletzt ein Konzert von ihm besucht habe. Heute habe ich keine Karte, doch wozu braucht man die eigentlich? Es gibt ja die Platanenallee…

Um 19:00 Uhr geht es los. Zunächst spielt eine Vorgruppe, die allerlei Rocksongs covert, unter anderem von den Foo Fighters und Tom Petty. Ich beschließe, mal auf einen kurzen Klönschnack zum Lesecafé zu gehen, wo mein Kollege Diederich Magnussen an Konzertabenden regelmäßig unsere Vereins-Flyer verteilt. Im Außenbereich des Cafés haben sich bereits einige Rockfans eingefunden. Ich überlege, noch etwas zu essen, gehe dann aber doch wieder zurück zum Eingang der Freilichtbühne, weil das reguläre Konzert nun gleich beginnt.

Auf der Platanenallee IIDie Bühne besitzt nicht nur unter den Konzertbesuchern Kultcharakter, sondern auch bei vielen Musikern. Dass Bryan Adams hier spielt, ist schon ein Ereignis, denn der inzwischen auch als Porträtfotograf etablierte Musiker füllt mühelos die größten Hallen und Stadien. Die Stimmung auf der Platanenallee ist großartig - über das Wetter beschwert sich hier niemand. Manche Fans haben sich Klappstühle oder Isomatten mitgebracht, andere einen Picknickkorb. Inzwischen ist der grüne Mittelstreifen fast überfüllt.

Ich höre die alten Songs und freue mich, dass ich hierher gekommen bin, trotz des Wetters und obwohl die beiden Freundinnen, mit denen ich mich hier eigentlich treffen wollte, kurzfristig abgesagt haben. Offenbar befinde ich mich in guter Gesellschaft, denn viele Fans sind allein gekommen. Nicht alle sind regenfest gekleidet, manche scheinen die Abkühlung von oben sogar zu genießen.
Schade für meine Freundinnen. Es hätte ihnen sicher gefallen.

Fotos und Redaktion: S. Gabriel