Blick über die HauptachseGegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten in Hamburg immer mehr Menschen auf sehr engem Raum zusammen. Das galt auch für die dicht besiedelten Stadtteile Barmbek und Winterhude. Weitläufige Grünflächen, die dem großen Erholungsbedürfnis der Bevölkerung hätten gerecht werden können, gab es zu jener Zeit kaum. Ein großer Volkspark war dringend notwendig. Vor diesem Hintergrund entstand in Winterhude der Hamburger Stadtpark, der 1914 feierlich eröffnet wurde.

Das Landhaus im Winter"Ein Garten nicht zum Durchwandern, sondern zum Inbesitznehmen" wollte der mit der Konzeption betraute Architekt und Städteplaner Fritz Schumacher realisieren. Zusammen mit Gartenbaudirektor Otto Linne schuf er ein "Freiluft-Volkshaus" mit Wald, Festwiese und See, eleganten Gärten, Skulpturen namhafter Bildhauer, ausgedehnten Spiel- und Sportflächen sowie Cafés und Restaurants. Ab 1933 begannen die Nationalsozialisten, die als Gesamtkunstwerk weltweit hoch beachtete Grünanlage für ihre Zwecke zu instrumentalsieren. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park von zahlreichen Bomben getroffen, wobei auch mehrere Bauwerke, darunter die eindrucksvolle Stadthalle, zerstört wurden.

Skulpturen Adam und EvaUnmittelbar nach dem Krieg wurde der Stadtpark aufgeräumt und inklusive Zwischennutzungen wieder hergerichtet. Seit vielen Jahren ist die Verwaltung des Parks dabei, verloren gegangene Qualitäten wieder herzustellen. Im Juli 2014 wurde das hochrangige Gartendenkmal 100 Jahre alt - und ist beliebt wie eh und je: Sein vielfältiges Nutzungsangebot spiegelt noch heute das ursprüngliche Volksparkkonzept wider und garantiert Jahr für Jahr hohe Besucherzahlen.

 

(Fotos: S. Gabriel, D.B. Magnussen, M. Contius)