Das Projekt „Ökologie im Stadtpark“ ist ein Mitmach- und Beteiligungsprojekt des Stadtpark Vereins Hamburg e.V..
Zusammen mit interessierten Bürgern wollen wir durch gemeinsam geplante und durchgeführte, praktische Naturschutzarbeit die biologische Vielfalt im Stadtpark erhöhen. Die ökologischen Potentiale im Park sollen weiterentwickelt, vorhandene Lebensräume und bereits bestehende Biotope aufgewertet sowie neue Rückzugsräume für Flora und Fauna geschaffen werden.

Bericht vom Aktionstag am 20. Oktober 2018 / Fotos
Bericht vom Aktionstag am 24. August 2018 / Fotos
Bericht Aktionstage im Mai, Juni, Juli 2018

Bericht vom Aktionstag am 28. April 2018 / Fotos
Bericht vom Aktionstag am 14. April 2018 / Fotos
Stadtpark-Forscher der Kita Villa Luna unterwegs im Park
Führung zum Projekt „Ökologie im Stadtpark“
Bericht vom Aktionstag am 1. April 2017 / Fotos
Sträucher und Blumenzwiebeln für mehr Artenvielfalt – Aktion im Oktober 2016
Interview zum Projekt „Ökologie im Stadtpark“ in NDR 90,3 „Abendjournal“ am 11. August 2016
Fotos der Aktionen Mai – Juli 2017

Neue Broschüre „Ökologie im Hamburger Stadtpark“

Titelbild der BroschüreNach 5 erfolgreichen Projektjahren wurde pünktlich zum Herbstfest 2018 die ausführliche Broschüre „Ökologie im Hamburger Stadtpark“ in großer Auflage vorgelegt. Mithilfe finanzieller Unterstützung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und der Sparda-Bank erstellte ein professionelles Team einen informativen Gesamtblick auf das Projekt. Besonders die aussagekräftigen Fotos und die Berichte über die Natureinsätze zeigen das große Spektrum dieses unterstützenswerten Beteiligungsprojektes.

Die Broschüre ist gegen Spende im Sierichschen Forsthaus erhältlich.

Projektstart

Der Stadtpark Verein hat anlässlich des 100. Geburtstags des Stadtparks den Dipl. Forstwirt und Umweltpädagogen Andreas Lampe im Herbst 2013 den Auftrag erteilt, ein Projekt „Ökologie im Stadtpark zu planen und umzusetzen. Als Projektgebiet wurde der nordöstliche Bereich des Stadtparks rund um die beiden „Ententeiche" und die „Colchium-Wiese bestimmt. Bereits im September und Oktober 2013 wurde eine Vegetationserhebung zusammen mit dem Umweltwissenschaftler Lars Panzer durchgeführt, der auch an der Ausarbeitung der Analyse und der Gestaltung des Beteiligungsprozesses maßgeblich beteiligt war.

Die Vegetationsanalyse bildete die Grundlage für die Entwicklung von umsetzungsfähigen Maßnahmenvorschlägen zur Gestaltung von artenreichen Saumgesellschaften, die im Anschluss gemeinsam mit unterschiedlichen Stakeholdern aus den Bereichen Grünpflege, Naturschutz und Bildung diskutiert wurden.

Biotopgestaltung und Pflege

Biotopgestaltung und -pflege

1. Umsetzungsphase (Ende 2013 bis Anfang 2015):

Gemeinsam mit Lehrern und Schülern aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen der Stadtteilschule Winterhude wurden Anfang 2014 tatkräftig die ersten Maßnahmen begonnen. Zuerst wurden in einem Bereich Bestände der Sibirischen Federspiere geschnitten, dann rollte ein Bagger an und grub auf dieser Fläche einen Teich. Schon nach kurzer Zeit hatte sich Wasser in der Senke gesammelt. Als Initialpflanzung wurden einige Blütenpflanzen und Gehölze in geringen Stückzahlen im Rahmen eines StadtNatur-Aktionstages des NABU gepflanzt. Mehr als 40 Personen beteiligten sich an dieser Aktion.

Biotopgestaltung und PflegeIm Frühjahr 2014 wurden weitere Aktionen aus dem Maßnahmenkatalog zur Entwicklung artenreicher Saumgesellschaften durchgeführt. In 2 Vegetationseinheiten wurden Weiden auf den Stock gesetzt. Von den Schülern wurde ein Graben ausgehoben, der aus einer Landzunge eine Insel macht und den Schutz der bodenbrütenden Wasservögel vor frei herumlaufenden Hunden verbessert. Außerdem wurde versucht, im Randbereich einer stark genutzten Wiese einen Saum aus heimischen Stauden und Blütenpflanzen zu entwickeln. Hierzu wurde der Rasen gefräst, der Bereich abgezäunt und eine Blumenmischung gesät. Im Herbst fand die erste Mahd auf dieser Fläche statt.

Die Arbeiten wurden im Winter 2014/15 an insgesamt 4 Aktionstagen fortgeführt.

Biotopgestaltung und Pflege2. Umsetzungsphase (Frühjahr 2015 bis Frühjahr 2016):

Aufgrund der positiven Rückmeldungen durch die mit der Parkpflege beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord, dem NABU, den Experten und nicht zuletzt von Schulen will der Stadtpark Verein das Projekt „Ökologie im Stadtpark“ fortführen. Das entstandene Engagement soll verstetigt und ausgebaut werden.

Im Frühjahr 2015 wurden das Projekt und die weitere Planung Unterstützern und Interessierten vorgestellt. Der StadtNatur-Aktionstag des NABU fand wieder großen Zulauf, um die Colchium-Wiese bei den Ententeichen aufzuarbeiten.

Im Herbst und Winter wurden Pflegearbeiten an den bisherigen Maßnahmenbereichen Tümpel, Röhricht und Wiese durchgeführt, die Neophyten-Bekämpfung fortgesetzt und weitere Wiesenflächen in Angriff genommen.

3. Umsetzungsphase (ab Frühjahr 2016):

Aufgrund der positiven Erfahrungen und sehenswerten Ergebnissen soll das Projekt fortgeführt werden. Ziele sind weiterhin:

  • Steigerung der biologischen Vielfalt
  • Entwicklung von artenreichen Saumgesellschaften
  • Bekämpfung von invasiven Neophyten, die den Artenreichtum in vielen Bereichen des Stadtparks limitieren
  • Schaffung und Pflege von Biotopen für seltene Tiere und Pflanzen sowie
  • Naturkundliche und wissenschaftliche Bildung
  • Erwerb von Handlungs- und Gestaltungskompetenzen
  • Motivation zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement

Biotopgestaltung und Pflege

Finanzierung und Unterstützung

Die methodisch-theoretischen Vorarbeiten, die Vegetationsanalyse, der Maßnahmekatalog und die 1. Umsetzungsphase waren ein Baustein des Projekts „Erhaltung des Garten- und Kulturdenkmals Hamburger Stadt- und Volkspark – Umweltkommunikationsprojekt anlässlich der 100. Geburtstags der Parkanlage 2014“. Dieses Kooperationsprojekt von Stadtpark Verein und Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) wurde finanziell von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert, an der Finanzierung beteiligt haben sich außerdem BSU und Stadtpark Verein.

Zur Finanzierung der dritten Umsetzungsphase wurden  Anträge auf Projektförderung bei der Vattenfall Umweltstiftung gestellt. Bereits ab Frühjahr 2016 wurde für das laufende Jahr eine umfangreiche finanzielle Unterstützung gewährt. Auch für das Aktionsjahr Frühjahr 2017 – Frühjahr 2018 wurden dem Aktionsteam vom Stadtpark Verein und dem Projektleiter Andreas Lampe eine großzügige Förderung der Vattenfall Umweltstiftung zugesagt.

Alle Maßnahmen wurden und werden in Kooperation mit dem Bezirksamt Hamburg-Nord – Abteilung Stadtgrün – geplant und durchgeführt. Der NABU unterstützt das Projekt im Rahmen seiner StadtNatur-Aktionstage. An der praktischen Umsetzung ist auch der Verein Rückenwind e.V. beteiligt.

„Ökologie im Stadtpark“ ist ausge­zeichnetes Projekt der UN-Dekade

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für Biologische Vielfalt (Biodiversität) erklärt. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und die Lebensräume und die genetischen Unterschiede innerhalb der Arten zu erhalten und wieder aufzubauen.

Dazu strebt auch die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. So wird jede Woche von einer Fachjury ein Projekt ausgewählt, das sich in besonderer Weise für die Erhaltung, Nutzung oder Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzt. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützen die Ziele als Botschafterinnen und Botschafter.

Die UN-Dekade fördert Projekte und Akteure mit Modellcharakter, indem sie die Aktivitäten bundesweit noch bekannter macht und ihnen mit ihrer Auszeichnung zusätzliche Reputation verleiht. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen, die Menschen zum Mitmachen zu bewegen und eigene Projektideen zu entwickeln.

Das Projekt „Ökologie im Stadtpark“ wurde im Sommer 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet und als ein Projekt gewürdigt, „das sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzt.“

(Fotos: Andreas Lampe)